Mindestens 1x im Monat kommt ein liebes italienisches Ehepaar mit einem Delikatessen Stand nach Wien Mitte. Anfänglich nur Semola (ital Hartweizengrieß) dort gekauft wird es von Monat zu Monat, oder Jahr zu Jahr mehr. Das Angebot ist groß, jedoch hatte ich schon Sonderbestellungen wie zum Beispiel Mantioba Mehl. In den Monaten zwischen Jänner und April in Italien verkauft, kamen jetzt Sizilianische Zitronen und die bekannten, äußerst schmackhaften Tarocco Orangen dazu. Letzte Woche die frische Lieferung erhalten und da die natürlich Bio sind, sind die schnell zu verarbeiten.

Einen Teil der Orangen habe ich zuerst geschält, denn daraus mache ich Orangepulver daß zum Beispiel super im Milchreis schmeckt und dann ausgepresst und den Saft eingefroren. Daraus wird Eis.

Mit einem zweiten Teil habe ich die Orangen Marmelade gemacht. Das Rezept habe ich auf Brotbackliebeundmehr/Valesa Schell gefunden.

Zutaten:

780g Tarocco Orangen

780g Wasser

1 TL Kardamon

570g Gelierzucker 2:1 + 50g extra ( ich hatte leider nur wenig 2:1 und sonst 1:1 zu Hause. Habe dadurch mehr genommen)

 

Zubereitung:

Ich habe mit einem Ausgangsgewicht von 760g Orangen begonnen und nicht wie üblich zuerst geschält, sondern die gewaschenen Orangen geviertelt und in den Dampfeinsatz meines Kenwood Kcooks (Multikocher) gegeben. Die Cooking Chef war gerade noch mit der Schinkenfee im Sous Vide Modus besetzt. Ich habe daher nicht wie im Original die gleiche  Menge an Wasser nehmen können, sonst wären die Orangen gekocht und nicht gedämpft worden. Daher eignet sich der Kcook nur bedingt. Die Idee war nur, daß ich nach dem Dämpfen auch pürieren könnte. Das Dämpfen hat den Zweck, daß die Schale nicht bitter wird. Ich habe vom abgemessenen Wasser den Kcook nur bis zur Markierung 0,5 /Dampf befüllt und den Rest für später aufgehoben. Für den Vorgang noch den Kardamon dazu geben.

Man kann jede gewünschte Menge bei dem Rezept wählen, man muss nur die gleichen Teile Wasser, wie Zucker und Früchte verwenden. Wenn ihr eine dickliche Marmelade möchtet dann kauft lieber den 2:1 Zucker wie im Original vorgesehen.

Im Kcook das Dampfprogramm gewählt und ca 35min laufen lassen. Wer den Thermomix hat, macht das mit dem Varoma Aufsatz für ca 40min. Der Duft während des Dampfvorgang ist himmlisch, so orangig 🙂  Den entstandenen Saft in eine Schüssel füllen und für nachher aufheben. Die gedämpften Orangen jetzt nochmals ohne Saft wiegen. Im Kcook kann ich den Einsatz mit den Früchten rausnehmen, den leeren Kcook mit Flügelmesser auf die Waage stellen und Gewicht auf 0 stellen. Dann die Früchte einfüllen und das Fruchtgewicht merken. Mit der Chop Taste pürieren. Das Ergebnis hat mich auch nicht überzeugt und es war nicht wirklich effizient, weil ich alles in die Cooking Chef umgefüllt habe. Geht natürlich um vieles einfacher, aber war halt so.

Nun die gleiche Menge Flüssigkeit zum bestehenden Gewicht hinzufüllen und mit dem Triblade Pürierstab püriert und mit Gelierzucker vermischen und aufkochen. Hier nimmt man den aufgefangen Saft vom Dämpfen und füllt die gewünschte Menge mit Wasser auf. Bei mir waren es 530g, deshalb mit mindestens 530g Gelierzucker + extra 50g nehmen. Beim 1:1 war es deutlich mehr. Habe ich aber nach Gefühl gemacht und mit Gelierprobe geprüft. Gelierprobe heißt etwas aufgekochte Marmelade auf einen kleinen kalten Teller geben und schauen wie gut es geliert. Wenn es noch zu dünn ist, einfach noch Gelierzucker zugeben und nochmals aufkochen . Da ich doch 1:1 Zucker verwendet habe, habe ich noch etwas Zitronensäure (1 große Msp) dazu gegeben, nicht das der Zucker den Fruchtgeschmack überdeckt.

Noch heiß in ausgekochte Gläser einfüllen. Ich drehe die Marmeladegläser nicht um, um sie  auf den Kopf zu stellen. Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Früher hatte man das aus hygienischen Gründen gemacht um Keime abzutöten. Wenn sie noch heiß abgefüllt werden und mit dem Schraubverschluss geschlossen werden reicht das durchaus (solange man sauber arbeitet). Wer mag kann die Gläser noch bei 80C für eine Stunde in das Backrohr stellen.

Die Marmelade schmeckt trotz Schale nicht so wie die Bitterorangenmarmelade.  Ein toller aromatischer Orangengeschmack den ich nach dem Frühstücksgebäck einen Tag später auf den Tarocco Orangen Brioche auch verkostet habe. Ich bin im Orangenhimmel.